Das Gladbecker Radverkehrskonzept

Im Zeitraum von 1989 bis 1994 gehörte die Stadt Gladbeck zu einer der ersten Modellstädte im Landesprogramm Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW und ist seit 1993 Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. "
Seit 1989 erfolgte der kontinuierliche Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zu einem durchgängigen Radverkehrsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 130 km. Nahezu alle Hauptverkehrsstraßen verfügen über Radverkehrsanlagen. Die flächenhaft eingerichteten Tempo 30-Zonen, die Öffnung aller Einbahnstraßen, die eingerichteten Fahrradstraßen und die teilweise geöffnete Fußgängerzone ergänzen die Radverkehrsanlagen zu einem nahezu flächenhaft geschlossenem Radverkehrsnetz in der Stadt Gladbeck.

Führung des Radverkehrs in der Innenstadt

Um die Innenstadt für den Radverkehr noch attraktiver zu machen, entwickelte die Stadt Gladbeck 1989 ein Fahrrad-Parkkonzept. Im Innenstadtbereich entstanden in der Folge 555 qualitativ hochwertige Fahrradabstellplätze an allen relevanten Einrichtungen in der Innenstadt. Seit 2000 wurden weitere 320 Fahrradstellplätze an öffentlichen Einrichtungen und an Freizeiteinrichtungen geschaffen.

Seit 1999 gibt es zudem die Radstation am Bahnhof West mit 300 Stellplätzen.

Im Jahr 2000 erfolgte eine Analyse und Bewertung der gesamten Radverkehrsinfrastruktur. Auf Basis dieser Untersuchung erfolgt der weitere Ausbau des Radverkehrsnetzes in der Stadt Gladbeck. In den letzten Jahren wurden bereits einige der vorgefundenen Mängel behoben und große Netzlücken geschlossen.

Seit 1994 sind innerhalb von Gladbeck die Straßen in den Wohngebieten als Tempo-30-Zonen ausgewiesen. In diesen temporeduzierten Straßen ist in der Regel eine gesonderte Führung des Radverkehrs auf eigenen Radwegen grundsätzlich nicht erforderlich.

Signalisierung auch für Fahrradfahrer

Wesentlich ist daher die gesicherte Führung des Radverkehrs entlang der Verbindungs- und Hauptverkehrsstraßen. Hier weist das Gladbecker Radwegenetz bereits ein umfangreiches Angebot in unterschiedlichster Qualität auf. Größere Netzlücken sind dabei im städtischen Straßennetz nicht vorhanden. Die aktuelle Rechtsprechung zur Führung des Radverkehrs in Straßen sowie die Änderungen der StVO und des überarbeiteten Regelwerks (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, ERA 2010) werden zum Anlass genommen die bestehenden Radverkehrsanlagen im gesamten Stadtgebiet erneut zu überprüfen. Eine Arbeitsgruppe wird die bestehenden Radverkehrsanlagen stadtteilweise in Augenschein nehmen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse liefern eine qualifizierte Bestandsaufnahme, um hieraus dann notwendige zukünftige Maßnahmen für das Radverkehrsnetz zu entwickeln. Für die weitere Arbeit am fahrradfreundlichen Gladbeck soll auf diese Weise ein Maßnahmen- und Finanzierungsplan erstellt werden.

Im einzelnen dürfte es sich dabei insbesondere um Maßnahmen entlang von Straßen sowie um Radverkehrsführungen in Kreuzungsbereichen handeln.

Bereits vor über zehn Jahren wurde ein gesamtstädtisches Wegweisungssystem für den Radverkehr aufgebaut, dies wurde im Jahr 2006 mit den Wegweisern des landesweiten Radverkehrsnetzes ergänzt.

Mitarbeit in der AGFS

Die Stadt Gladbeck ist seit 1993 Gründungsmitglied Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. Alle Aktionen der AGFS, wie z.B. die Plakatkampagne "Gladbecker tun es" oder die jährliche "Aktion Licht" zur Fahrradbeleuchtung werden von der Stadt Gladbeck durchgeführt.
Die Broschüren der AGFS werden in Gladbeck nicht nur verteilt, sondern gehören inzwischen zum täglichen Handwerkszeug der Verwaltung wie etwa die Abstellanlagenbroschüre. Diese wurde sogar offiziell vom Ausschuss der Stadt als verbindliche Empfehlung eingeführt.

Im November 2007 wurde die Mitgliedschaft der Stadt Gladbeck in der AGFS für weitere sieben Jahre verlängert.

Die Übergabe der Verlängerungsurkunde

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