Gladbecker Projekte für den Radverkehr

Der Schwerpunkt der Radverkehrsförderung in Gladbeck liegt in den letzten Jahren im Umbau von Hauptverkehrsstraßen und Knotenpunkten sowie in der Ummarkierung von Fahrbahnen, um wichtige Netzlücken für den Radverkehr zu schließen. Im Nachfolgenden sind einige Projekte aus dem Fahrradfreundlichem Gladbeck exemplarisch aufgeführt.

Umbau Kreisverkehr K38 / Beethovenstraße

Die Kreuzung Feldhauser Straße (K38) / Dorstener Straße / Beethovenstraße stellte in ihrer ursprünglichen Form eine Lücke im Radverkehrsnetz der Stadt Gladbeck dar. Alle vier Zufahrten verfügten zwar bereits über Radverkehrsanlagen, im Bereich des Knotenpunktes konnte aber wegen der engen straßenräumlichen Situation keine sichere und komfortable Radverkehrsführung realisiert werden.

Erst die Pläne zum Abriss und Neubau der alten Eckbebauung der Sparkasse boten der Stadt Gladbeck die Chance, den Radverkehr adäquat zu berücksichtigen. Durch Verhandlungen mit der Sparkasse und der gegenüberliegenden Kirche konnte die erforderliche Fläche für den Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr sicher gestellt werden.

Der neue Kreisel in Zweckel, für alle Verkehrsteilnehmer eine gute und sichere Lösung

Der Radverkehr wird, wie bei allen innerörtlichen Kreisverkehren in Gladbeck, auf der Kreisfahrbahn im Mischverkehr geführt. Damit wurde eine wichtige Netzlücke geschlossen, der gesamte Kreuzungsbereich durch eine ansprechende Gestaltung städtebaulich aufgewertet und die Aufenthaltsqualität auf den umliegenden Platzflächen erheblich verbessert.

Umbau der Schützenstraße/Sandstraße

Vor dem Umbau des etwa 1,3 km langen Abschnitts des hoch belasteten Straßenzugs Schützenstraße / Sandstraße gab es hier keine benutzungspflichtigen Radverkehrsanlagen. Fahrradfahrer nutzten entweder die schmalen anderen Radwege oder fuhren auf der Fahrbahn. Nach dem Umbau stehen nun großzügig dimensionierte bauliche Radwege zur Verfügung.
Durch den neuen Straßenquerschnitt konnten auch die Gehwege in adäquater Breite angelegt werden. Der neue Alleecharakter mit begrüntem Mittelstreifen wertet den gesamten Straßenzug städtebaulich auf und sorgt für eine hohe Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer.

 

Umbau der Josefstraße

Die neue Josefstraße kurz nach ihrem Umbau

Bis zum Umbau der Josefstraße waren Geschwindigkeitsüberschreitungen immer wieder an der Tagesordnung. Zudem musste sich der Radverkehr mit holprigen Bordsteinradwegen begnügen, die zusammen mit Bäumen im Gehweg zu schmalen Engstellen führten.
Nach einem knappen Jahr Bauzeit präsentierte sich die Josefstraße 2003 in einem neuen Outfit. Im Zuge des Umbaus der Josefstraße wurde der Straßenraum neu aufgeteilt. Der insgesamt 15 m breite Straßenraum erhielt eine 7,00m breite Fahrbahn, auf der beidseitig jeweils 1,25 m breite Radspuren markiert wurden.

Eine durchgehende beidseitige Begrünung mit 70 neuen Straßenbäumen sowie dazwischen liegenden Parkständen fasst heute die Straße ein. In dem ca. 600 m langen umgebauten Straßenabschnitt wurden drei Mittelinseln eingebaut, die Fußgängern ein sicheres Queren der Fahrbahn ermöglichen und zudem zu einem angepassten Geschwindigkeitsniveau beitragen.

Radstation am Bahnhof Gladbeck West

Seit 1999 steht den Gladbecker Fahrradfahrern am Bahnhof Gladbeck West eine Radstation mit 300 bewachten und wettergeschützten Abstellplätzen zur Verfügung. Die Radstation bietet einen Rund-um-Service mit Wartungs- und Pflegearbeiten, Fahrradverleih und weitere Dienstleistungen, wie beispielsweise einen Fahrradkurier.
Die Radstation wird betrieben durch die rebeq gGmbH, einer Tochtergesellschaft der Arbeiterwohlfahrt. Nicht nur die Pendler profitieren von dem umfassenden Angebot. Auch das gesamte Bahnhofsumfeld hat durch die ansprechend gestaltete Radstation und durch die Anwesenheit des Personals viel gewonnen.

Radwegweisung

Bereits vor über zehn Jahren wurde in Gladbeck eine gesamtstädtische Radwegweisung aufgebaut. Auf über 400 Wegweisern werden mehr als 30 Ziele ausgewiesen. Die ausgeschilderten Routen beruhen auf der städtischen Radverkehrsnetzplanung und verlaufen weitgehend über gut ausgebaute, sichere und komfortable Radverkehrsanlagen.

Seit 2006 wird die städtische Wegweisung durch die landesweite Wegweisung ergänzt. Erst vor kurzem wurde eine weitere Route in die Wegweisung mit aufgenommen: der CityTrail zwischen Bottrop und Gladbeck. Er verbindet beide Städte auf einer weitgehend autoarmen Route, abschnittsweise entlang des renaturierten Kirchschemmsbachs.
Die Radwegweisung ist Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit für den Radverkehr in Gladbeck und ein wesentlicher Bestandteil der fahrradfreundlichen Stadt.

Fahrradstraßen in Gladbeck

Die als Fahrradstraße ausgeschilderte Goethestraße in der Innenstadt

Gladbeck war eine der ersten Städte, die das Instrumentarium der Fahrradstraße erprobte. Gemeinsam mit der Bezirksregierung wurde nach einer sinnvollen Kennzeichnung der Straßen gesucht. Die Entwurfsvarianten reichten von der Fahrradzone (vergleichbar mit der Fußgängerzone) bis hin zur Ausweisung als Rad(sonder)-weg mit Zusatzschild „Kfz frei".

Das schließlich verwendete Schild „Fahrradstraße" fand Eingang in die Straßenverkehrsordnung. Die Erfahrungen mit der Regelung sind durchweg positiv.

Ummarkierungen von Straßen mittels Schutzstreifen

In den letzten Jahren hat die Verwaltung versucht, die Situation des Radverkehrs trotz angespannter Haushaltslage weiterhin zu verbessern, indem Maßnahmen an der städtischen Verkehrsinfrastruktur (Kanalbau, Fahrbahndeckensanierung) dazu genutzt wurden, auch die jeweilige Radverkehrsführung in einer Straße zu überprüfen und entsprechend zu verbessern. Auf diese Art und Weise sind in einigen Straßen Neumarkierungen für den Radverkehr (Schutzstreifen) entstanden.

Schutzstreifen in der Schultenstraße

Aktuell sind im Stadtgebiet von Gladbeck markierte Schutzstreifen in folgenden Straßen vorhanden:

Gesamtlänge ca. 8,9 km (Angaben zu Länge und Jahr der Umsetzung)

  • Tunnelstraße (ca. 490 m, 1988)
  • Hegestraße (ca. 1250 m, 1992/3))
  • Roßheidestraße (ca. 640 m, 1992)
  • Händelstraße (ca. 260 m, 1996)
  • Beethovenstraße (ca. 400 m, 1996)
  • Gildenstraße (ca.1000 m, 1996, erneuert in 2011)
  • Scheideweg ( ca. 830 m, 1998)
  • Josefstraße (ca. 630 m, 2003)
  • Schultenstraße (ca. 1250 m, 2010)
  • Frentroper Straße (ca. 1400 m, 2011)
  • Tunnelstr. (zw. Feldhauser- u. Redenstr.) (ca. 310 m, 2011)
  • Postallee (ca. 530 m, 2011)

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