Am Ende der Straße: Härtefälle kennen wir nicht – die AGFS-Planerwerkstatt

20 Planerinnen und Planer aus AGFS-Kommunen trafen sich zum zweitägigen Workshop

Straßen und Kreuzungen, die am Ende ihrer Leistungsfähigkeit sind und bei denen die klassischen Lösungen nicht mehr greifen; überparkte Plätze und Quartiere, in denen Straßen und Bürgersteige nur sehr eingeschränkt für Fuß- und Radverkehr nutzbar sind – fast jeder kennt solch ein „schwarzes Schaf“ in seiner Stadt. Die Folgen sind fast immer die gleichen: kein individueller Freiraum, hoffnungslose Orte sowie frustrierte Bürgerinnen und Bürger.

Um die Nahmobilität zu einer Größenordnung aufzuwerten, bei der man wirklich von „Basismobilität“ sprechen kann, sind für diese „unlösbaren“ Fälle neue Wege und Ideen nötig. In den AGFS-Broschüren „Nahmobilität 2.0“ und „Städte in Bewegung“ sind bereits erste Handlungsansätze für eine Transformation der Verkehrs-infra-struktur beschrieben. Was bislang fehlt, ist die konkrete Umsetzung in die kommunale Planungspraxis. Diesem Problem stellten sich nun mehr als 20 Planerinnen und Planer aus AGFS-Kommunen in einem zweitägigen Workshop.

In einem kreativen Arbeitsprozess bearbeiteten die Kolleginnen und Kollegen acht Planungsbeispiele aus der Praxis:

  • Die Anbindung eines Radschnellwegs an die Innenstadt
  • Die Aufwertung eines vergessenen Stadtteilparks unter anderem mit einer neuen Verbindungsfunktion
  • Bessere Bedingungen für die Nahmobilität auf einer zentralen Einfallsstraße
  • Eine neue Lösung für eine zentrale Einkaufsstraße mit hoher Verbindungsfunktion
  • Die nahmobilitätsfreundliche Umgestaltung einer innerstädtischen Hauptverkehrsstraße
  • Die Verbesserung der Nahmobilität und Querbarkeit einer innerstädtischen Hauptverkehrsstraße
  • Den Bau eines multifunktionalen (Rad-) Wegs entlang einer Landesstraße
  • Die Entwicklung einer städtischen Radwegeachse mit Anschluss an einen Radschnellweg

Dabei standen ihnen externe Experten aus Verkehrs-, Grün- und Stadtplanung sowie Sport und Bewegung beratend zur Seite. Einzige Vorbedingung für den Arbeitsprozess war, dass man sich von den bestehenden Beschränkungen in der Planung durch StVO, ERA etc. freimacht und mit einem frischen Blick auf die Suche nach neuen Lösungen ging.

Das Ergebnis sind spannende, teilweise unkonventionelle Ansätze. Allen ist aber eines gemeinsam: Die Bedürfnisse des Fuß- und Radverkehrs, die Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit stehen an erster Stelle.

Aus Sicht der AGFS und der Teilnehmenden war der Workshop sehr erfolgreich. Eine Lösung wurde direkt im Anschluss mit in die weitere verwaltungsinterne Abstimmung genommen. Ein guter Beweis für die fachlich fundierte und hochprofessionelle Arbeitsweise aller Beteiligten.

Die Ergebnisse werden in naher Zukunft in einer Abschlussdokumentation zusammengefasst und die Diskussion in der AGFS anregen.