Lünen - lebendige Stadt an der Lippe

Die Lippestadt Lünen liegt an der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Sie ist mit rund 88.000 Einwohnern die größte Kommune im Kreis Unna. Um den Verkehr stadt- und umweltverträglich abzuwickeln und nachhaltig zu verbessern, setzt die Stadt Lünen seit Anfang der 90er Jahre verstärkt auf den Umweltverbund. Vor allem das Fahrrad spielt eine zentrale Rolle. Am Modal Split macht das Fahrrad in Lünen etwa 17 % aus.

Die Voraussetzungen für die Benutzung der „Leeze“, wie das Rad im Münsterland genannt wird, sind stadtstrukturell günstig: Zehn der elf Stadtteile liegen nur drei bis fünf Kilometer von der Innenstadt entfernt. Einzig die Distanz aus Brambauer ins Zentrum ist etwas größer. Lünen ist eine Stadt der kurzen Wege.

Erreichbarkeit mit der "Leeze"

Ein Schwerpunkt der Bemühungen in Lünen ist es, die Innenstadt als zentralen Versorgungsbereich für den Radverkehr möglichst gut zugänglich zu machen. Durch ein geschlossenes Radwegenetz, soll die Kernstadt lückenlos, sicher und auf kurzen Wegen mit den elf Stadtteilen verbunden werden.

Daneben bietet die Stadt Lünen auch innerhalb und zwischen den einzelnen Stadtteilen attraktive Fahrradtrassen um wichtige Quell- und Zielpunkte, wie zum Beispiel Schulen, Freizeiteinrichtungen und Einkaufsbereiche zu erschließen. An Kreuzungspunkten zwischen dem Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr, werden die schwächeren Verkehrsteilnehmer gezielt geschützt. Zum Teil wird der Radverkehr an Querungspunkten sogar bevorzugt vor dem Autoverkehr geführt, wie zum Beispiel am Leezenpatt.

Leezenpatt

Der Leezenpatt ist die zentrale Radverkehrsachse Lünens. Diese Trasse zieht sich auf einer Länge von ca. sechs Kilometern von Norden durch die Innenstadt bis in den Süden. Der Leezenpatt bietet darüber hinaus Anschlussmöglichkeiten nach Dortmund bzw. ins Münsterland und ist so eine Schnittstelle zum regionalen Radverkehr.

Stellplätze

Neben attraktiven Fahrradtrassen sind auch Stellplätze in ausreichender Anzahl notwendig, um das Fahrradfahren komfortabel zu gestalten. Die Stadt Lünen bietet allein im Bereich der Innenstadt knapp 700 Stellplätze. Diese sind dezentral in kleinen Gruppen über die ganze Innenstadt verteilt.

Radstationen

Ergänzt wird das Stellplatzangebot durch die zwei Radstationen, welche sich am Hauptbahnhof und in der Innenstadt befinden. Betrieben werden diese durch die DasDies Service GmbH und bieten neben gesicherten Stellplätzen auch fahrradnahe Dienstleistungen, wie Reparaturen, Reinigungen und Verleih an. Aufgrund der zentralen Lage eignen sie sich auch als Start- und Treffpunkte für die zahlreichen Lüner Radrouten.

Freizeitrouten

Neben dem bereits erwähnten Leezenpatt gibt es noch einige weitere Routen in Lünen. Viele Routen verlaufen idyllisch entlang der Lippe und stellen somit attraktive Strecken für ausgedehnte Radtouren dar. Die Römer-Lippe-Route und der Natur- und Erlebnisrundweg Lüner Lippeaue sind zwei Beispiele dafür.

Römer-Lippe-Route
Die Stadt Lünen ist Mitglied und Anrainerkommune der überregionalen Projektgemeinschaft Römer-Lippe-Route mit insgesamt 39 Kooperationspartnern. Die im Frühjahr 2013 eröffnete, neue Route hat die frühere Römer-Route abgelöst. Sie führt von Detmold nach Xanten auf der 295 km langen Hauptroute und den insgesamt 154 km langen thematischen Wegeschleifen Wassererlebnis und Römerkultur. In Anbindung an die Städte Bergkamen und Waltrop führt die Route über den Ortsteil Beckinghausen, über Schwansbell und die Lippeauen direkt durch den zentralen Innenstadtkern Richtung Westen. Die Routenführung über das nördliche Lippeufer ermöglicht das Befahren der Route in direkter, paralleler Verbindung zum Fluss. Pausenmöglichkeiten in Lünen gibt es an drei Rastplätzen: Römisches Uferkastell im Stadtteil Beckinghausen, Lippedeich im Stadtteil Altstedde sowie neu an der Seseke zwischen Kamener Straße und Lippe im Stadtteil Stadtmitte.

Natur- und Erlebnisrundweg
Eine weitere Route stellt der von 2013-2015 entstandene Natur- und Erlebnisrundweg Lüner Lippeaue dar, der sich auf einer Länge von rund 17 km durch die Lippeauen erstreckt. Der zwischen Lippe und den angrenzenden Naturschutzgebieten verlaufende Rundweg ist sowohl für Radfahrer, als auch für Fußgänger geeignet. Highlight des Rundweges sind die 16 Erlebnisstationen, die zu ausgewählten Themen aus Natur und Kulturlandschaft Informationen bieten. Die Zeitpegel informieren dabei über die Geschichte des jeweiligen Themas und bieten dazu eine Übersichtskarte über den Rundweg.
An weiteren Installationen, die sich an vielen Erlebnisstationen befinden, lässt sich das vorgestellte Thema interaktiv erleben und vertiefen.
Über diese und weitere Routen informiert auch der Lüner Radstadtplan.

Radstadtplan

Der  Radstadtplan Lünen enthält eine detaillierte Karte, die den Verlauf aller Radrouten in Lünen, sowie den jeweiligen Zustand der Wege beschreibt. Darüber hinaus sind für Radfahrer wichtige Standorte, wie Fahrradhändler, Radstationen und Hotels eingezeichnet. Auf der Rückseite werden kurze Informationen zum Radverkehr in Lünen, zu den Themenrouten und zu einzelnen touristischen Attraktionen gegeben.

Drahteselmarkt

Der alljährliche Drahteselmarkt stellt in Lünen eine feste Größe dar. Auf dem Willy-Brandt-Platz werden viele Informationen, Aktionen und ein buntes Unterhaltungsprogramm rund um das Thema „Fahrrad und Radfahren“ geboten. Neben Informationsständen über Radrouten und Radevents im Kreis Unna gehören auch Mitmach-Aktionen wie zum Beispiel Segway-Parcours, Einradfahren und eine mobile Waschstation für Fahrräder mit zum Programm.

Mit der AGFS in die Zukunft

Der Status als fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt ist für die Stadt Lünen Anerkennung der Bemühungen. Zugleich ist er aber auch Ansporn, diesem Status weiter gerecht zu werden. Die Nahmobilität soll gestärkt und zusammen mit der AGFS und weiteren Partnern die Idee der Lebens- und Bewegungsfreundlichkeit in urbanen Räumen weiter vorangebracht werden.

Zukünftige Projekte decken ein breites Spektrum ab. So wird die Infrastruktur für die Nahmobilität weiter optimiert, der Service optimiert, Schilder ausgetauscht oder abgenommen, Markierungen aufgebracht, Ampeln überprüft und Haltegriffe angebracht. Auch die Öffentlichkeitsarbeit spielt eine tragende Rolle, um die Themen zu transportieren.