Örtliche Handlungsschwerpunkte

Öffentlichkeitsarbeit

Neben dem Ausbau und der Einrichtung einer flächendeckenden Radverkehrsinfrastruktur gehört zu einer systematischen Radverkehrsförderung auch eine weitreichende Öffentlichkeitsarbeit zur Schaffung einer Kommunikationsebene.

In Münster gibt es vor allem ein großes Kontingent an gedruckten Medien, wie zum Beispiel die Broschüre „Fahrradhauptstadt Münster – Alle fahren Rad: gestern, heute, morgen“ oder „Signale für den Radverkehr“ in Zusammenarbeit mit dem BMVBS. Daneben entstanden in der Schriftenreihe "Beiträge zu Stadtforschung - Stadtentwicklung - Stadtplanung" Veröffentlichungen u. a. zu den Themen "Radfahren in unechten Einbahnstraßen", "Verkehrsmittelwahl im Berufsverkehr/Einkaufsverkehr", "Radverkehr in Fußgängerzonen" und "Gemeinsame Benutzung von Sonderfahrstreifen durch Bus- und Radverkehr".

Diese Broschüren und weitere Faltblätter zu Detailthemen bieten insbesondere für andere Städte eine wichtige Hilfestellung beim Aufbau eigener Radverkehrskonzepte. Die Publikationen haben Münster in der Fachöffentlichkeit zunehmend bekannter gemacht. Fachleute aus der ganzen Welt kommen Jahr für Jahr, um sich über die städtische Radverkehrsplanung und Problemlösungen vor Ort zu informieren und auszutauschen.

Vorträge, Diskussionen und Rundfahrten mit Fahrrädern haben schon in vielen Fällen von theoretisch scheinbar nicht funktionierenden Lösungen, wie beispielsweise der "unechten Einbahnstraße", zur konkreten Umsetzung in die Praxis geführt.

Da der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern ebenso wichtig ist wie unter Fachleuten, werden Kampagnen und Aktionen veranstaltet, die gezielt die Münsteraner auf Themen und Problematiken ansprechen sollen. Ein wichtiges Thema ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Um dieses Ziel zu erreichen hat sich die Verkehrsplanung der Stadt Münster zusammen mit den Verkehrssicherheitsberatern der Polizei und des Ordnungsamtes, sowie dem ADFC, den Stadtwerken, der Provinzial und der Kinderneurologiehilfe zu einer Ordnungspartnerschaft zusammen geschlossen.

Basisarbeit am Netz

Radverkehrsförderung bedingt Basisarbeit am Netz bis hin zu kreativen Lösungen im Detail. Die Stadt Münster hat in unterschiedlichen Maßnahmenbereichen ganzheitlich angesetzt und dabei auch mit einfachen Mitteln gearbeitet: z.B. mit Markierungen und Beschilderungen.

Radverkehrsförderung bedingt Basisarbeit am Netz bis hin zu kreativen Lösungen im Detail. Die Stadt Münster hat in unterschiedlichen Maßnahmenbereichen ganzheitlich angesetzt und dabei auch mit einfachen Mitteln gearbeitet: z.B. mit Markierungen und Beschilderungen.

In der Vergangenheit hat Münster an Hauptverkehrsstraßen auf die Einrichtung von Bordsteinen gesetzt. Nach Prüfung der Vor- und Nachteile – bezogen auf die jeweilige örtliche Situation – werden seit mehreren Jahren auch Radfahrstreifen, Schutzstreifen, so wie das Führen des Radverkehrs in der Fahrbahn umgesetzt. Die Erfahrung zeigt, dass hier nicht im konkurrierenden Vergleich Entscheidungen getroffen werden dürfen, sondern ein offener Abwägungsprozess notwendig ist und oftmals auch individuelle Lösungen gefordert sind.

Bewusst eingesetzte Mehrfachnutzungen einer Fläche durch verschiedene Verkehrsarten waren ein wichtiger Schritt zu praktikablen und kostengünstigen Angeboten. Sowohl Busspuren mit Radbenutzung als auch Radwege mit der Erlaubnis zur Busbenutzung sind von großer Bedeutung für den zügigen Verkehrsfluss beider umweltfreundlicher Verkehrsmittel.

Immer wiederkehrende verkehrstechnische Elemente im Radverkehr tragen zur stärkeren Bekanntheit und somit zum richtigen Verständnis und Umgang bei. Konzeptionelle Planungen führten zu dem Ergebnis, dass es in Münster ergänzend eine ganze Reihe von Fahrradstraßen gibt, die in ein eigenes Radroutennetz eingebunden sind.

Mitte der 60er Jahre wurde die erste „unechte Einbahnstraße“ in Münster eingerichtet, die inzwischen flächendeckend im Stadtgebiet vorhanden sind. So entstanden insbesondere im Kernstadtbereich Netzschlüsse und die für den Radverkehr so wichtigen direkten Wegebeziehungen.

Die vielfältigen, oftmals verwirrenden Führungsmöglichkeiten an signalisierten Knotenpunkten und die Anforderungen der novellierten Straßenverkehrsordnung geben Anlass zu einer konsequenteren Anwendung von bewährten Lösungen. In Münster wurden drei Grundformen entwickelt. Die vielen zu berücksichtigenden Teilaspekte, insbesondere aus ordnungsrechtlicher Sicht, machten es schwer, in jedem Fall einfache und leicht verständliche Lösungen anzubieten.

Eine klare, selbsterklärende und attraktive Radverkehrssignalisierung ist das erklärte Ziel in Münster. Die Regelungen müssen so eindeutig wie möglich umgesetzt werden und dürfen keine Fehlinterpretation zulassen. Die drei „Säulen“ Signalisierung, Markierung und Radverkehrsführung sollen in sich stimmig sein um den Anspruch „Einheit von Bau und Betrieb“ zu erfüllen.

Wegweisung und Abstellplätze

Bereits Ende der 1980er Jahre begann die Stadtverwaltung mit dem Ausbau der Radwegweisung und überarbeitet sie kontinuierlich. Insgesamt wurde ein flächendeckendes, zielorientiertes Wegweisungssystem konzipiert. Aspekte wie Alltagstauglichkeit, tangentiale und radiale Verbindungen, Verknüpfungen mit den Umlandgemeinden, Nah- und Fernziele, Einbindung der Themenrouten, Form und Farbe der Wegweiser sind darin eingebunden. Mit der Mitgliedschaft im Radelpark Münsterland sorgte die Stadt Münster, dafür die Wegweisung bis über die Stadtgrenzen hinaus führen zu lassen.

Inzwischen sind bereits 372 Kilometer Wegweisung realisiert und diese bietet Alltagsradlern wie auch Freizeitradlern eine wichtige Orientierungshilfe und durch Aufnahme der wichtigsten Themenrouten neue Möglichkeiten im und außerhalb des Stadtgebietes. Die Einrichtung des Wegweisungsnetzes hat sich als ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssteigerung erwiesen.

Zur Förderung des Radverkehrs ist auch die Schaffung von Stellplätzen möglichst direkt am Ziel ein wichtiger Baustein, denn jedes Fahrrad braucht immer einen Platz zum Parken. In Münster wird der Parkdruck vor allem in der Altstadt zum Problem und zur Daueraufgabe der Verkehrsplanung.

Durch die Beschlussvorlage „Mehr Platz für mehr Radverkehr – Lücken im Netz schließen – Hindernisse für FußgängerInnen aus dem Weg räumen“ wurde die Stadtverwaltung beauftragt neue und zusätzliche Parkmöglichkeiten für den Radverkehr in der Altstadt und den innenstadtnahen Wohngebieten zu schaffen.

Umweltverbund

Die Verknüpfungs- und Umsteigepunkte spielen in der aktuellen Planung und Realisierung besonders für ein Oberzentrum wie Münster eine zentrale Rolle. Um die Nutzung des Autos zu vermindern, wurden bereits multimodale Kombinationen erprobt: Kurzparkzonen für Radfahrer am Hauptbahnhof, überdachte Fahrradständer, –käfige und –boxen an Bushaltestellen und anderen Schienenhaltepunkten. Wenn der Platz es zulässt, ist es außerdem möglich das eigene Fahrrad mit in den Bus zu nehmen, um dann von der Zielhaltestelle direkt weiter zu radeln.

Ein wichtiger Baustein ist die Radstation am Hauptbahnhof, die tagtäglich von zahlreichen Pendlern genutzt wird. Mit 3.300 Stellplätzen ist sie bundesweit die größte Radstation und zieht Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt an. Neben überdachten Abstellmöglichkeiten können dort Fahrräder ausgeliehen, repariert und gewaschen werden. Insgesamt gibt es mittlerweile drei Radstationen im Stadtgebiet mit einer Gesamtzahl von über 4.000 Abstellplätzen. Diese Abstellanlagen knüpfen ideal an die Nutzung anderer Verkehrmittel im Umweltverbund an.

Seit mehreren Jahren besteht außerdem in unmittelbarer Bahnhofsnähe das Service-Zentrum „mobilé“ der Stadtwerke. Dort werden Informationen und Auskünfte zu allen Verkehrs- bzw. Mobilitätsanliegen gebündelt zur Verfügung gestellt, sowie ÖPNV-Tickets verkauft.

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