Planungsgeschichte und Zielvorstellungen

In Münster fährt jeder Rad: alle Schichten und Altersgruppen schätzen das Fahrrad als Verkehrsmittel für die täglichen Wege. Jeder Münsteraner sitzt im Tagesdurchschnitt eine Viertelstunde im Fahrradsattel. Für die Beliebtheit der Leeze (so wird das Fahrrad in Münster genannt) gibt es zahlreiche Gründe. Schnell und preiswert gelangt man an die nah beieinander liegenden Ziele in der Innenstadt. Die Promenade fungiert dabei als einzigartiger Verteilerring rund um die Altstadt und ist ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger reserviert.

Die Bedeutung einer systematischen Radverkehrsförderung wurde in Münster schon sehr früh erkannt. Bereits in den 1960er Jahren war abzusehen, dass der enorme Zuwachs im Autoverkehr künftig kaum mehr zu bewältigen sein würde. Auf der Suche nach Alternativen wurde die Förderung des Radverkehrs als verkehrspolitisches Ziel formuliert.

Drei wichtige Aspekte haben in Münster die Radverkehrsförderung begünstigt:

  • die Kleinteiligkeit der Stadt mit der radfahrerfreundlichen Topographie,
  • die Anlage von Radwegen entlang der Hauptverkehrsstraßen
  • die autofreie Promenade um die Altstadt mit ihrer Verteilerfunktion

Zusammengefasst in einem stimmigen Gesamtkonzept verfolgen die Fuß- und Fahrradfreundlichen Maßnahmen gleichermaßen das Ziel der Reduzierung des Kfz-Anteils in der Innenstadt und den Stadtteilzentren sowie der Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Als der Rat der Stadt im September 1988 beschloss, dass sich Münster an der Arbeitsgemeinschaft beteiligt, waren viele damals in anderen Städten noch kontrovers diskutierte Projekte bereits umgesetzt. Diese Ergebnisse wurden wissenschaftlich untersucht und dienen somit als Argumentationshilfe für andere Städte und Gemeinden, die in Sachen Radverkehr etwas tun wollen.

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