Radverkehrsinfrastruktur

Wie viele andere Ruhrgebietsstädte auch, ist die Stadt aufgrund ihrer industriellen Vergangenheit bzw. Entwicklung durchzogen von einer Vielzahl von Barrieren und Hindernissen. Autobahnen, Eisenbahntrassen, der Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und verschiedene Industrieareale stellten die wesentlichen Barrieren innerhalb der Stadt und zwischen den Stadtteilen dar.

Diese Barrieren gerade für Fußgänger und den Radverkehr durchlässiger zu machen und abseits der Hauptverkehrsstraßen neue Verbindungen zu schaffen, war bereits seit den 1980er Jahren Teil der Stadtentwicklungsplanung.

Allein im Bereich der Neuen Mitte bzw. im Zuge der Landesgartenschau 1999 wurden 23 neue Brücken und Unterführungen geschaffen (z. T. wurden diese aber auch nur reaktiviert), die zu einer besseren verkehrlichen Vernetzung ganz wesentlich beigetragen haben. Gleichzeitig gelang es diese überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Verbindungen mit den Natur- und Naherholungsräumen entlang der Kanalzone bzw. des Emscher Landschaftsparks zu verbinden.

Grüner Pfad Emscher Brücke

Die topographische Situation ist mit Blick auf das Radfahren fast ideal zu nennen. Hinzu kommt, dass in der Mitte der Stadt mit der Neuen Mitte Oberhausen und den sie umgebenden Emscher Landschaftspark, eine Vielzahl von attraktiven Zielen, gerade auch im Freizeitbereich, geschaffen wurden.

In den Stadtteilen selbst entstanden in den letzten Jahren sowohl mit Blick auf die jeweilige „innere Erschließung“, aber auch zur Verbindung der Stadtteile untereinander, ebenfalls neue Angebote für den Radverkehr. Netzelemente wie Radfahrstreifen, aber insbesondere die Schutzstreifen, wurden dabei - je nach den straßenräumlichen Gegebenheiten - zunehmend auch in Oberhausen realisiert.

Schutzstreifen Friedrich-Karl-Straße
Bordsteinradweg Holtener Straße

Diebstahl- und vandalismussichere Abstellanlagen gehören selbstverständlich mit zur radverkehrsrelevanten Infrastruktur vor Ort. Von Fahrradständern an allen Zielpunkten des Radverkehrs, über Bike&Ride-Angebote an den Bahnhöfen und Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs bis hin zur Radstation im Hauptbahnhof reicht dieses Angebot. Es wird bei erkennbarem (Mehr)Bedarf bzw. entsprechenden Hinweisen aus der Bevölkerung erweitert.

Abstellanlage Hallenbad Oberhausen

Seit vielen Jahren wurden im Stadtgebiet mit Unterstützung durch den Regionalverband Ruhr (RVR) neue, weitestgehend kreuzungsfreie und komfortable Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer auf alten Bahn- und Werkbahntrassen geschaffen.

Zuletzt wurde hier auf der Trasse der ehem. Hütten- bzw. HOAG-Bahn eine regionale Fuß- und Radwegeverbindung von Oberhausen bis nach Duisburg-Walsum und von dort weiter in Richtung der Rheinfähre nach Orsoy bzw. an den Niederrhein, realisiert. Und es gibt weitere derartige Trassen, die in den nächsten Jahren schrittweise in diese Richtung entwickelt werden können.

HOAG Trasse 1
HOAG Trasse 2
Jacobi Trasse
 

Der Umbau des Emschersystems bietet ebenfalls zahlreiche Chancen neue Verbindungen zu schaffen bzw. bestehende Rad- und Fußwege entlang der Gewässer zu attraktivieren. Bereits 2004 wurde auf rd. 100 km der Emscher-Weg entlang des Hauptlaufs der Emscher zwischen der Quelle in Holzwickede und der Mündung in Dinslaken aus der Taufe gehoben. Im Zuge der laufenden und noch anstehenden Renaturierungsmaßnahmen auch auf Oberhausener Stadtgebiet, insbesondere an den Nebenläufen, entstehen ebenfalls neue Wege, die den Menschen vor Ort, aber auch in der Region, zur Naherholung dienen.

Rhein-Herne-Kanal Uferweg

Regionale Radrouten wie die Route der Industriekultur (vormals Emscher Park Radweg), der Ruhrtal-Radweg und der bereits erwähnte Emscher-Weg führen durch das Stadtgebiet. Über diese Routen kann man aber auch aus dem Stadtgebiet heraus Radtouren in die Region unternehmen. Das Stadtgebiet ist darüber auch mit dem Naturraum der Hohen Mark im Norden, dem Niederrhein im Westen und dem Bergischen Land im Süden verbunden.

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