Fahrradtourismus im Rhein-Erft-Kreis

Das Informationsangebot des Rhein-Erft Tourismus e.V.

Adresse: Rhein-Erft Tourismus e.V. Europaallee 33 50226 Frechen

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Detaillierte Informationen zu (rad-)touristischen Themen finden Sie unter www.rhein-erft-tourismus.de

Die Straße der Energie

Ein Gemeinschaftsprojekt von Rhein-Erft-Kreis und RWE Power.

In Schloss Paffendorf (Bergheim) beginnt eine Rundtour durch die vielseitige Energielandschaft an der Erft:
An neun Stationen lernen Sie Tagebau, Rekultivierung, Braunkohleveredelung und Stromerzeugung aus Braun-kohle, Wind und Sonne kennen.
Mit dem Fahrrad folgen Sie von Paffendorf aus den blauen Schildern mit der Glühbirne.

Die kostenlose Karte zur Straße der Energie ist erstmals im Jahr 2003 erschienen und bei RWE Power AG, Stüttgenweg 2, 50935 Köln sowie im Kreishaus erhältlich.
Eine 2. überarbeitete Auflage ist im Juni 2004 erschienen.

Radfahren im Rhein-Erft-Kreis

Radfahren als Freizeitbeschäftigung erlebt einen schon seit Jahren ungebrochenen Boom. Die Radwanderkarte des Rhein-Erft-Kreises (6. Auflage, 2007) soll allen interessierten Radfahrerinnen/Radfahrern dabei helfen, die Landschaft und die zahlreichen Sehens-würdigkeiten im Rhein-Erft-Kreis mit dem Fahrrad zu erwandern und kennen zu lernen.

Die beim Rhein-Erft-Kreis (Vermessungs- und Katasteramt) und in vielen Buchhandlungen zum Preis von 9,60 € zu beziehende Radwanderkarte umfasst zwei Karten im Maßstab 1: 50.000 (d.h. 1 Zentimeter auf der Karte entspricht 500m in der Natur).

Darüber hinaus sind in einem Begleitheft Abbildungen und Kurzbeschreibungen von ausgewählten Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen dargestellt. Zusätzlich sind 23 Radwanderrouten kurz beschrieben. Anfangs- und Endpunkt der Routen können dabei beliebig gewählt werden.
Im folgenden werden weitere Routenbeschreibungen mit einer Skizze vorgestellt.
Die Rundwanderstrecken sind in der Örtlichkeit nicht ausgeschildert.

Über die Jackerather Lößplatte

Weglänge: etwa 25 km
Ausgangspunkt: Kaster

Unmittelbar vor den Toren des alten Städtchens Kaster (3) verlief ehemals die Bahnstrecke zwischen Bedburg und Grevenbroich. Ein Teilstück des alten Dammes wird heute als Radweg genutzt. In Bedburg-Lipp schwenkt der Weg ins Pützbachtal mit seinen Wiesen und Bäumen. Westlich der Autobahn schwenkt der Weg nach kurzer Strecke durch das Pützbachtal nach Süden, wo die folgende Wegstrecke durch die offene Bördenlandschaft führt. Der südlichste Abschnitt der Tour streift bei Niederembt kurz das Finkelbachtal.

An einer der in Kirchtroisdorf charakteristischen Lindenreihen entlang gelangt man nach Grottenherten, das durch repräsentative Großhöfe geprägt ist. Nach einem kleinen Schwenk zur Grottenhertener Windmühle (1) führt der Weg zunächst am Ortsrand von Kirchherten vorbei bis in den nördlichsten Zipfel des Rhein-Erft-Kreises, wo die Kreise Düren und Neuss angrenzen.

Nach Überquerung der Autobahn knickt der Weg an einer in der ausgeräumten Landschaft auffälligen Baumgruppe in südöstlicher Richtung ab. Von hier aus ist ein kleiner Abstecher zum Aussichtspunkt Tagebau Garzweiler empfehlenswert, den Rheinbraun 1999 im Zuge des Tagebaufortschrittes auf dem Gebiet des Kreises Neuss neu angelegt hat. Zwischen Tagebaurand und Autobahn geht es wieder in Richtung Kaster. Kurz vor dem landwirtschaftlichen Weiler Hohenholz führt der Weg nach Osten zu dem Grünzug der sog. Rübenbusch-Mulde am ehemaligen Tagebaurand. Vom alten Gut Hohenholz aus geht es in einer großen Schleife, die zur Überwindung des Höhenunter-schiedes zwischen landwirtschaftlichen Flächen und Grünzug gefahren werden muss, durch die noch junge Rekultivierung entlang dem Hohenholzer Graben zurück nach Kaster.

Über die Rommerskirchener Lößplatte

Weglänge: etwa 20km
Ausgangspunkt: Stommeln

Vom westlichen Ortsrand Stommelns aus folgt die Route zunächst der Landesstraße 93 bis nach Fliesteden. Der im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mehrfach preisgekrönte Ort weist einige bemerkenswerten Hofanlagen auf, u.a. zwei ehemaligen Rittersitze, die Oberburg [1292] - heute ein zweigeschossiger Ziegelbau mit Walmdach von 1840 - und der Frenzer Hof [1250] mit einem stattlichen Wohnhaus von 1760. Von Fliesteden aus steigt der Weg allmählich an, bis er bei Oberaußem die natürliche Villehöhe erreicht hat. In der Höhe von Büsdorf zeichnet sich deutlich eine Terrassenkante der Rheinniederung ab. Man kann gut erkennen, wie der zwischen Fliesteden und Glessen neu angelegter Golfplatz "Am alten Fließ" den Landschaftscharakter durch eine Vielzahl von Einzelbäumen Gehölzgruppen verändert hat. Vom Ortrand Oberaußem aus verläuft der Weg ein Stück parallel der Braunkohle-Werksbahn, quert den tiefen Bahneinschnitt und führt am Fuß der alten Abraumhalde "Abtsbusch" entlang zur Landstraße am Ortsrand des Tagebaus Bergheim. Bei der Durchquerung von Niederaußem wird der Blick beherrscht durch die riesigen Anlagen des Kraftwerks Niederaußem (12), mit dessen Abwärme der Gewächshauskomplex "Hortitherm" an den Mönchshöfen beheizt wird. Entlang des Gillbach erreicht man den Doppelort Rheidt-Hüchelhoven.

Am Umspannwerk Rheidt vorbei führt der Weg wieder aufs freie Feld. Auf einem Höhenrücken mit einer ausgezeichneten Fernsicht und Ausblick auf das idyllische Ingendorfer Tal geht es zurück zum Ausgangspunkt am schön gelegenen Stommelner Freibad.

Zwischen Glessener Höhe und Randkanal

Weglänge: etwa 34 km
Ausgangspunkt: Pulheim

Von Pulheim aus führt der Weg zunächst nach Norden und stößt kurz vor Sinnersdorf auf den Kölner Randkanal. Der Randkanal wurde in den 50er Jahren von Horrem bis Worringen als künstliches Gewässer völlig neu angelegt, um wegen des Braunkohleabbaus abzupumpendes Grundwasser zur Entlastung der Erft in den Rhein zu leiten. Heute dient der Randkanal hauptsächlich als Vorfluter für Kläranlagen der anliegenden Orte. In der Nähe der Pletschmühle durchquert der Weg ein ausgedehntes Auskiesungsgelände, das nach Plänen des eigens hierfür gegründeten Zweckverbandes "Stöckheimer Hof" zu einem attraktiven Naherholungsgebiet für Bürger aus Köln und dem Umland ausgebaut werden soll.

Jenseits der Bahnstrecke Köln- Grevenbroich trifft man wieder auf den Randkanal, an dessen Ufer Widdersdorf umfahren wird. Bei Freimersdorf, einem denkmal-geschützten Ensemble großer Höfe beginnt allmählich der Anstieg zum Ville- Rücken. Vom Weg aus hat man einen schönen Blick auf Brauweiler, das von seiner berühmten Abteikirche (16) überragt wird. Am Rand des Königsdorfer Waldes liegt- von einer hohen Mauer mit Kalvarienberg umschlossen- das ehemalige Benediktiner- Kloster Königshof. Von der Klosteranlage aus dem 18. Jahrhundert sind noch mehrer Bauten erhalten. Auf der Ville gibt es im Rhein-Erft-Kreis nur noch wenige der ehemals ausgedehnten Altwaldbestände. Der Königsdorfer Wald ist der größte dieser Restwälder.

Wer mag, und eine gute Kondition hat, kann einen Abstecher auf die Glessener Höhe (17) machen. Vom untersten Böschungsfuß aus sind noch rd. 70 Höhenmeter zu überwinden. Der Lohn ist bei klarem Wetter ein herrlicher Blick über weite Teile des Rhein-Erft-Kreises und darüber hinaus bis in die Eifel und das Bergische Land. Der Tourenvorschlag führt am Fuß der Kippe entlang. Bei der Umfahrung von Glessen kann man den Golfern auf dem neuen Golfplatz "Am alten Fließ" zuschauen. An Manstedten vorbei geht der Weg nach Sinthern und Geyen. Direkt am Weg am Nordrand von Geyen liegt die Junkersburg (15) aus dem Jahre 1644, das wohl interessanteste Gebäude des Ortes. Zum Ausgangspunkt in Pulheim ist es nun nur noch ein kleines Stück Fahrt.

Tagebau Frechen und Berrenrather Börde

Weglänge: etwa 26 km
Ausgangspunkt: Horrem

Von Horrem aus geht es zunächst entlang der Landstraße 277 in Richtung Frechen-Habbelrath. Nach einem langen Anstieg durch den alten Buchenwald bei Neubot-tenbroich führt der Weg an der Röttgenhalde vorbei und um den Umsiedlungsort Habbelrath herum.

Die kurz hinter dem Abzweig nach Grefrath links abbiegende Rheinbraun-Werksstraße verläuft zunächst über landwirtschaftlich, später dann durch forstlich rekultiviertes Gelände des ehemaligen Tagebaus Benzelrath. Jenseits der Bundes-straße 264 erhebt sich die Berrenrather Börde, die lange Zeit als Musterbei-spiel für landwirtschaftliche Rekultivierung im Braunkohlengebiet galt. Der Weg führt auf einer Hochebene durch ausgedehnte Ackerflächen. In den Weilern Berrenrath und Brüg-gen haben vor etlichen Jahren aus anderen Gebieten des Braunkohlenreviers umge-siedelte Landwirte ihre Höfe neu errichtet.

Der am Südrand der Berrenrather Börde liegende Zieselsmaarsee wird in Regie ei-nes Vereines als Badesee genutzt. Er ist ein Sorgenkind unter den Seen des Rhein-Erft-Kreises, da sein Wasser -bedingt durch chemische Reaktionen im Abraum der Berrenrather Börde- sauer wie Essigwasser ist. Nur durch regelmäßige Kalkungen konnte er als Badegewässer erhalten bleiben.

Der Rundweg verläuft nun am westlichen Böschungsfuß der Berrenrather Börde ent-lang nach Türnich. Dort geht es wieder hinunter ins Erfttal. Sehenswert sind hier Schloss und Schlosspark Türnich (21). Zwischen Türnich und Autobahn 61 wird sich zukünftig die Landschaft der Erftaue deutlich verändern. Vom Erftkanal aus kann man der Beschilderung des "Erft-Radweges" Richtung Horrem folgen und gelangt so an den Ausgangspunkt zurück.

Bei einem kurzem Abstecher zum Aussichtspunkt Mödrath (18) kann man einen Blick in den ehemaligen Tagebau Frechen werfen, in dem schon länger keine Kohle mehr gewonnen, sondern nur noch verfüllt und rekultiviert wird. Im Naturschutzgebiet Par-rig stehen - ebenso wie im Naturschutzgebiet Kerpener Bruch - die letzten größeren Auewälder des Rhein-Erft-Kreises.

Über die Ville-Seen-Platte

Weglänge: etwa 30 km
Ausgangspunkt: Liblar

Diese Rundfahrt führt zum größten Teil durch das rekultivierte Braunkohlengebiet der Ville. Gleich zu Beginn geht es am Liblarer See vorbei, dessen Strandbad und Segelanlagen intensiv genutzt werden. Nach Überqueren der Bundesstraße 265 verläuft der Weg durch ruhigere Rekultivierungsgebiete am Köttinger See vorbei zur Landstraße 495. Dort geht es entlang bis zu den Ausläufern des Industriegebietes Knapsack, das weithin sichtbar auf dem Höhenrücken der Ville liegt.

Am Rand des Industriegebietes schlängelt sich der Weg an der Gleisschleife der Nord-Süd-Werksbahn entlang bis Kloster Burbach am Otto-Maigler-See.
Der Ott-Maigler-See (29) selbst lädt - auf etwa der halben Strecke - zu einer Rast ein. Weiter geht es am Rand des ehemaligen Tagebaus Theresia entlang. Die Re-kultivierungsarbeiten sind hier Ende der 80er Jahre abgeschlossen worden. Der neu entstandene Waldsee hat sich - wie vorgesehen - als Naturschutzgewässer zu einem Rückzugsgebiet für gefährdete Vogelarten entwickelt.

Durch Alt-Hürth hindurch gelangt man nach Kendenich. Dort lohnt sich ein Abstecher zur Burg (33), die als ein markantes Wahrzeichen der Stadt Hürth die Rheinebene überragt. Von Kendenich aus geht es auf einer abwechslungsreichen Strecke an der Villlehöhe entlang über Fischenich, am Herrenhaus Weilerhof vorbei, durch Vochem und Kierberg hindurch zum Heider Bergsee (35), der ebenfalls als "Braunkohlen"- Badesee ein beliebtes Ausflugsziel ist. Am Wasserturm erreicht man einen der höchsten Punkte Brühls. Auf der nahegelegenen Maigler-Wiese findet im Sommer manche Freiluftveranstaltung statt. Sie ist außerdem Startplatz der Brühler Heißluftballonfahrer, deren umfangreiche Startvorbereitungen dort häufig zu beobachten sind. Von Pingsdorf aus geht es wieder durch ruhigere Bereiche des Ville-Seen-Gebietes zurück nach Liblar. Hier bietet sich Gelegenheit zur ungestörten Naturbeobachtung einiger seltener Vogelarten.

Rheinterrasse rund um Wesseling

Weglänge: etwa 26 km
Ausgangspunkt: Wesseling

Die Rundstrecke beginnt am Rhein und führt bis Urfeld durch die Rheinauen im Überschwemmungsgebiet. Dabei geht es vorbei an den ausgedehnten Industrie-anlagen der DEA, wo außer Erdöl auch das in Hürth- Knapsack aus Braunkohle erzeugte Synthesegas verarbeitet wird.

In Urfeld führt der Weg vom Rhein weg in Richtung Sechtem. Obst- und Gemüseanbau bestimmen hier das Landschaftsbild, neuerdings überragt durch einige RWE-Windkraftanlagen. In Sechtem sind gleich mehrere Altertümer zu finden: Die weiße Burg, von deren vermutlich im 11. Jahrhundert errichteten Bauwerken nur noch der Turm der Vorburg erhalten ist, die graue Burg aus dem 12. Jahrhundert und die ursprüngliche zur grauen Burg gehörenden Nikolauskapelle von 1771.

Durch weite Felder, mit Blick auf die Siedlungskette am Rand der Ville geht es nach Schwadorf, wo man sich die Schallenburg (39) ansehen sollte. Der Weg entlang der Stadtbahn-Strecke führt am Fuß des Villehanges bis ins Zentrum von Brühl. In Brühl sollte man eine Besichtigung von Schloss Augustusburg (36) unbedingt einplanen.
In den Schlosspark darf man keine Fahrräder mitnehmen. Da dieses Verbot streng überwacht wird, muss man um den Schlosspark herum, am Palmersdorfer Hof vorbei zum Schloss Falkenlust (37) fahren.

An der Kaserne der Bereitschaftspolizei vorbei gelangt man unter der Autobahn hindurch wieder auf Wesselinger Stadtgebiet. In Berzdorf führt der Weg durch den alten Ortskern und am Haus Entenfang, dem ehemaligen Jagdschlösschen des Kurfürsten Clemens August vorbei bis nahe an das Naturschutzgebiet Entenfang (38). Auf geradem Weg unter der Autobahn hindurch und über die Bundesstraße 9 hinweg gelangt man wieder zum Rhein zurück.

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