Aktuelles

NRVP 3.0

Nationaler Radverkehrsplan beschlossen

Das Bundeskabinett hat am 21. April den Nationalen Radverkehrsplan (NRVP 3.0) verabschiedet. Der von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorgelegte Plan beinhaltet die Strategie für die Radverkehrsförderung in ganz Deutschland bis 2030 und gilt als Leitlinie für Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft.

Konkrete Ziele

Um Deutschland zum Fahrradland zu machen, setzt der NRVP konkrete Ziele. So sollen die Anzahl der Wege mit dem Fahrrad pro Person und Jahr von 120 auf 180 erhöht werden und die durchschnittliche Wegelänge von 3,7 auf sechs Kilometer. In Sachen Verkehrssicherheit wird eine Reduktion der getöteten Radfahrenden um 40 % gegenüber 2019 angestrebt. Um die Ziele zu erreichen, empfiehlt der NRVP perspektivisch 30 Euro pro Kopf und Jahr auszugeben - auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Vorschläge und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung

Weiterhin listet der Strategieplan Vorschläge und Handlungsempfehlungen auf, um die Ziele zu erreichen. Diese umfassen die Bereiche, Infrastruktur, Fahrradparkplätze, Verkehrssicherheit, Förderung von Dienstfahrten, Verwaltung, (Aus-)Bildung und Fahrradkultur, Verknüpfung von Verkehrsträgern sowie Logistik und Lastenräder.

Einen Fokus legt der Plan auf die Schaffung lückenloser Radverkehrsnetze, geschützte Radwege an stark befahrenen Straßen, Radschnellverbindungen für Pendler, sicher gestaltete Kreuzungen und Querungsstellen, den Ausbau von Fahrradabstellanlagen und eine stärkere Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV. Auch das Verkehrsrecht und weitere Regelwerke sollen überarbeitet werden, um den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur schneller voranzutreiben und das Testen neuer Mobilitätskonzepte zu vereinfachen bzw. zu ermöglichen.

Wünsche der BürgerInnen einbezogen

Erstmals wurden bei der Erarbeitung eines Nationalen Radverkehrsplans auch die BürgerInnen dazu aufgerufen, ihre Wünsche und Ideen einzubringen. Mittels Online-Beteiligung konnten Interessierte acht vorgegebene Leitziele priorisieren und mit eigenen Ideen anreichern. Dabei standen ganz oben auf der „Wunsch“-Liste lückenlose Radverkehrsnetze und mehr Verkehrssicherheit.

Offene Fragen

Auch wenn der Nationale Radverkehrsplan richtungsweisende Ideen und Empfehlungen vorgibt, fehlen ein konkreter Umsetzungsplan mit verbindlichen Maßnahmen und Zwischenzielen sowie konkrete Verlagerungsziele. Gab es im abgelaufenen NRVP noch das Ziel, den Radverkehrsanteil auf 15% vom gesamten Verkehrsaufkommen zu steigern, fehlt eine solche Zahl in der neuen Auflage komplett. Auch die Finanzierung ist bislang nur bis 2023 gesichert. Zu kurz, um langfristige Planungen umzusetzen.

Den Nationalen Radverkehrsplan NRVP 3.0 finden Sie hier.