Planungsleitfaden Radschnellverbindungen

Planungsleitfaden für Radschnellverbindungen

Mehr als zwei Jahre Bearbeitungszeit stecken in dem 150-seitigen Werk, das von Radverkehrsexperten aus der NRW-Landes- und Kommunalverwaltung erstellt wurde. Es enthält mehr als 90 Abbildungen und 20 detailreiche Prinzipskizzen für die Planung von Kreuzungen und Einmündungen. Der Leitfaden wird zukünftig fortlaufend aktualisiert und erweitert.

„Radverkehr wird immer mehr zum Pendlerverkehr, weil mehr Menschen zum Beispiel mit Pedelecs oder E-Bikes auch längere Strecken zur Arbeit fahren. Bei Bau und Planung von Radschnellwegen sind deshalb einheitliche und verbindliche Standards wichtig, denn nur so kann die hohe Qualität der Strecken erreicht werden“ sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Für den Radverkehr stellt Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr rund 47,25 Millionen Euro zur Verfügung – allein 9,25 Millionen Euro entfallen auf Planung und Bau von Radschnellwegen. Radschnellwege sind besonders breite und komfortabel zu befahrende Radwege, auf denen Radfahrer möglichst ohne Umwege und ohne Unterbrechungen durch Kreuzungen ihr Ziel erreichen können. 

„Durch die Einführung des Leitfadens werden erstmals einheitliche, klar definierte und transparente Abläufe geschaffen“, sagt Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek. „Dadurch können Abstimmungen zwischen den Projektbeteiligten vereinfacht und beschleunigt werden.“ Und noch etwas ist der Direktorin des Landesbetriebes wichtig: „Der Leitfaden gewährleistet, dass Planung, Bau und Betrieb – unabhängig davon, wer die Federführung hat – eine gleichbleibende und hohe Qualität haben.“

„Aus Sicht der Radfahrenden sind mit dem Planungsleitfaden ein einheitliches Erscheinungsbild und besondere Qualitätskriterien verbunden“, so Martin Tönnes vom Regionalverband Ruhr. „Was für den Autoverkehr seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, wird für die Fahrradmobilität bei den Radschnellwegen jetzt auch Realität.“

„Dieser Leitfaden schafft Planungssicherheit für alle Kommunen, die Radschnellverbindungen planen. Wir hoffen, dass wir damit die Planung und den Bau dieser wichtigen Infrastrukturelemente deutlich vorantreiben können und damit auch der Mobilitätswende einen Schub verpassen“, freut sich Christine Fuchs, Vorstand der AGFS NRW.

Herausgeber des Planungsleitfadens Radschnellwege ist das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen mit Unterstützung des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW), in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS NRW) sowie dem Regionalverband Ruhr (RVR)

Die Online-Version der Loseblattsammlung steht ab heute unter www.radschnellwege.nrw/#fachinfo zur Verfügung. Als Druckversion erscheint der Leitfaden mit dem Titel „Radschnellverbindungen in NRW – Leitfaden für Planung, Bau und Betrieb“ in Kürze.

Hinweis: Der Leitfaden steht unter www.radschnellwege.nrw/#Fachinfo zum Download bereit. Ein aktuelles Foto vom bereits fertig gestellten Teil des RS1 finden Sie zum kostenlosen Abdruck als Link hier (Passwort: RS1) zum Download (Quellenangabe: VM/Bierwald)

 

Zu den Mitherausgebern:
www.vm.nrw.de, www.strassen.nrw.de, www.agfs-nrw.de/, www.rvr.ruhr/

Planungsleitfaden Radschnellverbindungen

Radfahren entlastet Straßen und Umwelt, kostet wenig, fördert die Gesundheit und macht auch noch Spaß. Als Pedelec ist das Fahrrad auch auf längeren Strecken für viele Menschen eine echte Alternative zum Auto. Darum wird mit Nachdruck an dem Ziel gearbeitet, in Nordrhein-Westfalen ein gut ausgebautes und sicheres Radverkehrsnetz im besten Standard zu bauen.

Die höchste Kategorie von Radverkehrsanlagen sind Radschnellverbindungen. Sie bestehen aus besonders breiten und komfortabel zu befahrenden Radwegen, Radfahrstreifen oder Fahrradstraßen. Auf ihnen soll der regionale und städtische Radverkehr geführt, gebündelt und beschleunigt werden. Radfahrende gelangen möglichst ohne Umwege, Kurven oder größere Unterbrechungen durch Kreuzungen und Einmündungen schnell, bequem und sicher an ihr Ziel.

Planungsleitfaden Radschnellwege

Der „Leitfaden für Planung, Bau und Betrieb von Radschnellverbindungen in Nordrhein-Westfalen" regelt alle notwendigen Details, um einen hohen und gleichbleibenden Standard für schnelle Radverbindungen zu gewährleisten. Er ist als Loseblatt-Sammlung konzipiert und wurde vom Ministerium für BVerkehr NRW am 22. August offiziell veröffentlicht. Er ist für die in der Baulast des Landes liegenden regionalen Radschnellverbindungen verbindlich.

Für kommunale Radschnellverbindungen wird den Kommunen die Anwendung empfohlen. Im Folgenden werden einige Aspekte aus dem Leitfaden vorgestellt.

Qualitätskriterien

Ziel ist es, mehr Menschen auf das Fahrrad zu bringen. Dazu müssen hohe Radverkehrsaufkommen mit mehr als 2.000 Radfahrenden pro Tag in kurzer Reisezeit abgewickelt werden können. Mit dem Planungsleitfaden werden folgende Qualitätskriterien sichergestellt:

  • Die Zeitverluste durch Anhalten und Warten sollen minimiert werden, sodass mindestens eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 20 km/h erreicht werden kann.
  • Die Breite der Radschnellverbindungen soll garantieren, dass Radfahrende sich begegnen und ohne Störung durch einen Dritten überholt werden können.
  • Durch begleitende Gehwege werden Rad- und Fußverkehr voneinander getrennt. Dies gewährleistet ungehindertes Radfahren und verbessert die Verkehrssicherheit.
  • Für den Betriebs- und Winterdienst gelten die gleichen Standards wie bei Landesstraßen.
  • Die Führung von Radschnellverbindungen erfolgt möglichst direkt, ohne Umwege und weitgehend getrennt vom Kfz-Verkehr.
  • Der Belag mit Asphalt oder in begründeten Ausnahmen mit Pflaster ohne Fase ermöglicht ein schnelles und komfortables Vorankommen.
  • Die Wegweisung erfolgt nach den Hinweisen zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr in NRW.
  • Innerorts werden Radschnellverbindungen durchgängig beleuchtet, außerorts in besonderen Fällen.
  • Einheitliche Designelemente stellen die Wiedererkennbarkeit sicher.

Markierung von Radschnellverbindungen

  • Radschnellverbindungen werden beidseitig mit Fahrbahnbegrenzungslinien markiert, sofern keine Bordanlagen vorhanden sind. Sie werden als Markierungen mit erhöhter Nachtsichtbarkeit bei Nässe (Typ-II-Markierung) in weißem Schmalstrich (0,12 m Breite) aufgebracht.
  • Die Leitlinie wird genauso, allerdings im Strich-Lücke-Verhältnis von 1:2 ausgeführt. In Fahrradstraßen werden keine Leitlinien markiert.
  • Zur Verdeutlichung des Verlaufs werden Radschnellverbindungen durchgängig beidseitig mittels einer grünen Begleitlinie gekennzeichnet.
  • Piktogramme werden an Zufahrten und unmittelbar hinter Einmündungen markiert. Zusätzlich werden sie bei Radfahrstreifen im Verlauf der Strecke aufgebracht.
  • Der taktile Trennstreifen muss mit einem Langstock tastbar und optisch kontrastierend zum Umfeld sein.

 

Wie in der beispielhaften Darstellung gezeigt, kann die Begrenzungslinie neben einem weißen bzw. sehr hellen taktilen Trennstreifen entfallen.

Umsetzung von Radschnellverbindungen

Aktuell werden mit Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen sieben Radschnellverbindungen geplant, gebaut oder sind zum Teil schon befahrbar. Für diese sieben Projekte mit einer Gesamtlänge von mehr als 250 km werden voraussichtlich 370 Mio. Euro investiert.

Für mehr Informationen besuchen Sie die Webseite zu den Radschnellwegen in NRW: www.radschnellwege.nrw