Presse-Detail

ADFC Fahrradklima-Test 2020: RadfahrerInnen bleiben insgesamt unzufrieden

AGFS-Kommunen Münster, Bocholt, Meckenheim und Reken unter den Gewinnern

23.03.2021 (Krefeld/Köln) Die Bewertung des Fahrrad-Klimas in Deutschland bleibt unverändert. Beim ADFC Fahrradklima-Test 2020 schneiden Städte und Gemeinden erneut mit einer Gesamtschulnote von 3,9 ab. Der ADFC hat die Auswertung der Umfrage mit 230.000 TeilnehmerInnen am  letzten Dienstag (11.03.2021) in Berlin vorgestellt.

Wie schneiden die AGFS-Mitglieder ab?

Während auf Landesebene in vier von sechs Größenkategorien Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS NRW) den ersten Platz belegen, reichte es auf Bundesebene für keine der AGFS-Mitgliedskommunen zum Sieg. Münster (200.000 – 500.000 EW), Bocholt (50.000 – 100.000 EW), Meckenheim (20.000 – 50.000 EW) und Reken (< 20.000 EW) erreichten hier jeweils Platz zwei in ihrer Größenklasse. Zu den Verlierern der Meinungsumfrage zählen nach wie vor die Großstädte Essen, Dortmund und Köln. Von den insgesamt 14  bewerteten Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern landeten sie auf den letzten drei Plätzen. Düsseldorf erreichte als beste nordrhein-westfälische Großstadt gerade einmal Platz acht.

RadfahrerInnen sind unzufrieden

Doch auch ein erster oder zweiter Platz ist nicht gleichbedeutend mit zufriedenen RadfahrerInnen. Denn selbst die Gewinner erhalten in der Gesamtbewertung maximal ein „Gut“ oder „Befriedigend“. Die TeilnehmerInnen bemängelten insbesondere die fehlende Konsequenz im Umgang mit Falschparkern, schlechte Führungen an Baustellen und zu schmale Radwege. Positiv bewertet wurden unter anderem die Erreichbarkeit der Stadtzentren sowie die Öffnung von Einbahnstraßen für RadfahrerInnen.

Neues Planungsdenken erforderlich

„Das Ergebnis des Fahrrad-Klimatests zeigt, dass wir in der Rad- aber auch in der Fußverkehrsförderung  an einem Punkt angekommen sind, an dem es nicht reicht die bestehende Infrastruktur ‚etwas auszubauen und besser zu machen‘. Wenn wir auch nur ansatzweise das Ziel von 25% Radverkehrsanteil erreichen wollen, wie es das Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz (FaNaG) vorsieht, dann müssen wir ein ganz neues Planungsdenken entwickeln. Die Verkehrsanlagen für Nahmobilität müssen in einer ganz neuen Qualität und Größenordnung gestaltet werden“, kommentiert AGFS-Vorstand Christine Fuchs das ernüchternde Ergebnis. „Nahmobilität darf nicht länger isoliert betrachtet werden, sondern muss in einem städtebaulichen Kontext und als Teil der Lösung unseres Verkehrsproblems gesehen werden.“

FaNaG bietet die Chance zur Transformation

Vor dem Hintergrund der großen Unzufriedenheit mit dem Status quo der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur steigen die Erwartungen an das FaNaG. Mit dem Gesetz und dem flankierenden Aktionsplan kann Nordrhein-Westfalen, die erforderliche Transformation der (Nah-)Mobilität einleiten und Bausteine für die bauliche Umsetzung in urbanen, suburbanen und ländlichen Räumen entwickeln.

Fahrrad-Klimatest 2020

Bundesweit wurden 1.024 Städte und Gemeinden bewertet, 2018 waren es 683. Die Zahl der TeilnehmerInnen hat sich im gleichen Zeitraum um 35% erhöht. Der Fahrradklimatest ist nicht repräsentativ und versteht sich als bundesweites Stimmungsbarometer für die Zufriedenheit von RadfahrerInnen in Deutschland.

Die AGFS                                                                                          

Die AGFS steht seit 1993 für das Leitbild „Die Stadt als Lebens- und Bewegungsraum“. Die 92 Mitglieder des kommunalen Vereins verstehen sich als Vorreiter für eine gesunde und ökologisch sinnvolle Mobilität. Gemeinsames Ziel ist es, zukunftsfähige, belebte und wohnliche Städte zu gestalten, in denen Lebens- und Bewegungsqualität im Vordergrund stehen.

Kontakt

Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e.V.

P3 Agentur für Kommunikation und Mobilität
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Antwerpener Straße 6-12
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