Mitglied des Präsidiums: Martina Förster-Teutenberg, Bürgermeisterin der Stadt Lünen

Frau Bürgermeisterin Förster-Teutenberg, wenn Sie an die Mobilität von morgen in NRW denken: Welcher Impuls ist Ihnen für die kommenden Jahre besonders wichtig?
Für mich ist der wichtigste Impuls, Mobilität konsequent vom Menschen her zu denken – nicht vom Verkehrsmittel. Wir brauchen Städte und Gemeinden, in denen sichere, attraktive Wege für Fuß- und Radverkehr selbstverständlich sind und der öffentliche Nahverkehr eine echte Alternative darstellt. Mobilität der Zukunft heißt für mich: weniger Zwang zum Auto, mehr Freiheit in der Wahl. Das schafft Lebensqualität, stärkt den Klimaschutz und macht unsere Städte lebendiger. Gerade in NRW mit seiner dichten Struktur liegt hier ein enormes Potenzial, das wir mutig nutzen müssen.
Was hat Sie persönlich motiviert, Verantwortung im Präsidium der AGFS NRW zu übernehmen – und worauf freuen Sie sich dabei am meisten?
Als Stadtplanerin und Bürgermeisterin erlebe ich täglich, wie stark Mobilität die Lebensqualität vor Ort prägt. Mich motiviert der Wunsch, nicht nur in meiner eigenen Stadt etwas zu bewegen, sondern auch landesweit Impulse zu setzen. Die AGFS NRW bietet dafür eine starke Plattform: Sie verbindet Fachlichkeit mit kommunaler Praxis. Am meisten freue ich mich auf den Austausch mit engagierten Kolleginnen und Kollegen, auf das gemeinsame Entwickeln neuer Ideen – und darauf, gute Beispiele sichtbar zu machen, die anderen Kommunen Mut machen, ähnliche Wege zu gehen.
Sie haben durch Ihre Erfahrung eine stark fachlich geprägte Perspektive der Mobilitäts- und Stadtplanung. Welchen Impuls möchten Sie setzen, damit gute Konzepte schneller in der Fläche ankommen?
Mein zentraler Impuls ist: Wir müssen vom Wissen schneller ins Handeln kommen. Gute Konzepte gibt es viele – entscheidend ist, Planungs- und Entscheidungsprozesse zu vereinfachen, Förderstrukturen praxisnäher zu gestalten und Kommunen stärker zu befähigen. Das heißt auch, interdisziplinärer zu arbeiten und Verwaltung, Politik und Bürgerschaft frühzeitig mitzunehmen. Wenn wir Planung als gemeinsames Projekt verstehen und nicht als abstrakten Fachprozess, dann kommen gute Ideen schneller auf die Straße – im wahrsten Sinne des Wortes.