Vorsitzender des Präsidiums: Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld

Herr Oberbürgermeister Meyer, Sie engagieren sich bereits seit mehreren Jahren im Präsidium der AGFS NRW. Wie hat sich die Arbeit im Präsidium im Laufe der Jahre verändert?
Im meiner Zeit im Präsidium der AGFS NRW hat sich vor allem eines deutlich verändert: die Bedeutung der Nahmobilität. Sie ist für Kommunen heute ein zentraler Baustein moderner Stadtentwicklung. Wir wollen und müssen hier spürbare Fortschritte erzielen, um unsere Städte nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen. Die AGFS ist dabei eine verlässliche und zunehmend wichtige Partnerin geworden. Dass Nahmobilität heute als entscheidender Faktor für lebenswerte und funktionierende Städte anerkannt ist, ist auch ein Ergebnis der kontinuierlich guten und professionellen Arbeit der AGFS. Für die kommenden Jahre sehe ich eine klare Entwicklung: Es wird noch stärker darauf ankommen, Kommunen mit fachlicher Tiefe zu beraten und strategisch zu begleiten. Umso richtiger ist es, dass die AGFS ihre Angebote ausgeweitet und differenziert hat. Was dabei besonders wertvoll bleibt, ist die Kombination aus Praxisnähe und zukunftsorientierten Ansätzen.

Welche Themen werden Ihrer Meinung nach die AGFS NRW in den kommenden Jahren besonders fordern und wo sehen Sie die größten Chancen?
Die angespannte finanzielle Lage vieler Kommunen wird eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre sein – ebenso wie die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. Gerade deshalb wird es entscheidend sein, klare Prioritäten zu setzen und konsequent zusammenhängende Netze zu entwickeln. Gleichzeitig sehe ich große Chancen, insbesondere im Fußverkehr. Hier können wir in den nächsten Jahren deutliche Fortschritte erzielen. Die AGFS liefert dafür nicht nur innovative Impulse, sondern unterstützt die Kommunen auch ganz konkret durch fundierte fachliche Angebote – das entlastet vor Ort spürbar. Für mich ist dabei eine zentrale Botschaft: Gute Nahmobilität ist kein Luxus, sondern ein Grundanspruch moderner Städte. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es dafür ein breites politisches Bündnis und den gemeinsamen Willen, diese Entwicklung aktiv voranzutreiben.

Wenn Sie auf die Stadt Krefeld blicken: Welches Mobilitätsprojekt oder welche Entwicklung liegt Ihnen als Oberbürgermeister besonders am Herzen und was wünschen Sie sich hierfür konkret für die Zukunft?
In Krefeld setzen wir mit der „Krefelder Promenade“ ein echtes Leuchtturmprojekt der Nahmobilität um. Auf rund 15 Kilometern entsteht eine weitgehend kreuzungsarme Verbindung für den Rad- und Fußverkehr, die den Bahnhof Forstwald mit dem Bahnhof Uerdingen verbindet. Sie fungiert als schnelle Ost-West-Achse im Alltag und gleichzeitig als attraktiver Freizeitweg – häufig entlang ehemaliger Bahntrassen. Erste Abschnitte sind bereits erfolgreich umgesetzt, weitere werden folgen. Dieses Projekt steht - ebenso wie der geplante Ausbau von Radschnellwegen nach Venlo, Düsseldorf und Duisburg - beispielhaft für die Richtung, in die wir unsere Stadt entwickeln wollen. Ganz zentral ist für Krefeld zudem die konsequente Umsetzung unseres neuen Radverkehrskonzepts. Es definiert klare Prioritäten und bildet die Grundlage dafür, schrittweise ein durchgängiges, leistungsfähiges Radverkehrsnetz vor allem innerhalb der Stadt Krefeld zu schaffen. Mein Ziel ist klar: Wir wollen Nahmobilität in Krefeld spürbar verbessern und für alle Menschen attraktiv machen.