Fortschritt

Fortschritt - Ein Plädoyer für den Fußverkehr

Während der Radverkehr – trotz eines weiterhin großen Verbesserungs- und Förderungsbedarfs – schon relativ weit entwickelt ist, steht die Förderung des Fußverkehrs noch am Anfang. Für die nächsten Jahre hat sich die AGFS auf die Fahnen geschrieben, eine Renaissance des nicht weniger wichtigen Fußverkehrs einzuleiten – ähnlich der Radverkehrsförderung der letzten 20 Jahre. Mit der gemeinsamen und zeitgleichen Entwicklung von „Nahmobilität 2.0“ und dem „Aktionsplan der Landesregierung NRW zur Förderung der Nahmobilität“ im Jahr 2012 hat die AGFS ein Zeitfenster geöffnet, um dabei mit einem entscheidenden Perspektivenwechsel im planerischen, politischen und medialen Verständnis von Nahmobilität vorwegzugehen.

Ein solcher Perspektivenwechsel ist auch dringend  geboten: Fußgänger sind seit Jahren die am meisten vernachlässigten Verkehrsteilnehmer. Und das, obwohl dem  Fußverkehr in Städten und Gemeinden eine elementare, verkehrliche, soziale und gesundheitliche Bedeutung zukommt. Gehen ist mehr als nur Fortbewegung! Gehen sichert Teilhabe an der Gesellschaft, vernetzt und belebt die Stadt, macht Quartiere erst lebendig und wirkt sich – regelmäßig ausgeführt – nachweislich positiv auf die Gesundheit aus. Da das Gehen darüber hinaus unzweifelhaft die effizienteste und umweltschonendste Fortbewegungsart ist, kann der Fußverkehrsraum nicht länger unter den Aspekt der „Restflächenverwertung“ gesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund gewinnt das Leitbild der AGFS von der „Stadt als Lebens- und Bewegungsraum“ eine besondere Bedeutung: Fußverkehr ist neben Radverkehr unmittelbarer Ausdruck für die Urbanität und Lebendigkeit einer Stadt. Und nicht nur das: Technologie und Arzneimittel alleine können Krankheitsverläufe nicht ausreichend kompensieren. Wenn Bewegung ein zentraler Parameter für Gesundheit ist, dann muss regelmäßige körperliche Aktivität im Alltag die Basis gesundheitsfördernder Mobilität bilden. Voraussetzung dafür ist, dass Städte und Gemeinden sich zu vitalen Lebens- und Bewegungsräumen wandeln. Dort wird Bewegung nicht erzwungen, sondern  erwächst aus dem eigenen Gesundheitsbewusstsein und dem Spaß an der Bewegung.